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Stadt Sulzbach-Rosenberg  |  E-Mail: info@sulzbach-rosenberg.de  |  Online: http://www.sulzbach-rosenberg.de

Die Soziale Stadt Rosenberg-Ost

Vorwort

Das soziale Gefüge in unserem Stadtteil Rosenberg wird seit einigen Jahren verstärkt diskutiert, insbesondere seit dem Konkurs der Maxhütte 1987 und der damit einhergehenden drohenden Verödung. Innerhalb des förmlich festgelegten Sanierungsgebietes Rosenberg (Ortskernsanierung) wurde bisher die Ortsdurchfahrt in zwei Bauabschnitten neu gestaltet, der dritte und letzte Bauabschnitt wird erfolgen. Bis auf zwei größere private Maßnahmen (ehemaliges Bräuer-Anwesen und Kurzmühle) ist der große Durchbruch im Stadtteil Rosenberg jedoch leider noch nicht gelungen.

 

Die Entwicklungen im Anschluss an das Ortskerngebiet Rosenberg haben in den letzten 15 Jahren den Gesamtbereich gesellschaftlich und ökonomisch verändert. Dies spüren wir alle. Die beiden Übergangswohnheime für Spätaussiedler (über 1.000 Plätze) seit 1988 bzw. 1990 sowie die Asylbewerberunterkunft (ca. 160 Plätze) haben ihren Teil dazu beigetragen. Die Sozialstruktur im östlichen Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg muss deshalb wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Menschen, die dort wohnen (Alteingesessene sowie auch Zugezogene) und sich in Vereinen und Verbänden engagieren, begleiten in vorbildlicher Weise diesen Umwandlungsprozess. Dazu tragen auch die Schulen und Kirchen mit bei. Die Initiative "soziale Stadt" wird deshalb aufgrund dieser günstigen Voraussetzungen zu einer Gemeinschaftsinitiative werden.

 

Wir freuen uns, dass dieses Bemühen der Stadt Sulzbach-Rosenberg von der Regierung der Oberpfalz sowie von der Obersten Baubehörde, München, durch das Städtebauförderungsprogramm - "soziale Stadt" mit Nachdruck unterstützt wird. Dadurch wird es gelingen, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass dem Stadtteil Rosenberg ein neues Gesicht gegeben werden kann, und dass die Lebensverhältnisse in Rosenberg positiv beeinflussen werden.

 

 

Ausgangssituation

Lage

Das Gebiet, das für die Städtebauförderung "Soziale Stadt" vorgesehen ist, befindet sich am südöstlichen Rand des Stadtteils Rosenberg und ist durch seine räumliche Lage relativ abgelegen.

 

Stadtplanauszug Stadtteil Rosenberg

 

Das Quartier befindet sich zwischen der Staatsstrasse St 2040 und der Bahnlinie Nürnberg - Irrenlohe. Auf der anderen Seite der Bahnlinie befindet sich die Maxhütte, die bei der überwiegenden Wohnbebauung starke Immissionsbelastungen verursacht.

Grossansicht in neuem Fenster: Asylbewerberheim

Entstehung

In diesem Gebiet wurde ein Gasthaus, gegenüber dem Bahnhof Sulzbach-Rosenberg-Hütte, in eine Unterkunft für Asylbewerber umgenutzt.

 

Weiterhin wurde durch den Freistaat Bayern in der Johann-Flierl-Strasse ein Übergangswohnheim für deutschstämmige Aussiedler errichtet.

 

 

Baustruktur und FreiräumeGrossansicht in neuem Fenster: Garagen

Das Gebiet wird im wesentlichen von einer Straße (Bahnweg- Poststrasse- Fürstenmühlstrasse) in West-Ost Richtung durchquert. Davon zweigen die Johann-Flierl-Strasse (Übergangswohnheim) sowie die Zufahrten zur Hammerphilippsburg und zur Pulvermühle (frühere Mühlen am Rosenbach) ab.
Im Bereich des Bahnweges und der Poststrasse befinden sich die Parkplätze für die Beschäftigten der Maxhütte, die allerdings wenig attraktiv gestaltet sind (siehe Bilder Nrn 1-4 und 7-9). Zwischen Asylbewerberunterkunft und dem östlichen Ende des vorgesehenen Gebietes befinden sich mehrere Freiflächen, die teilweise noch landwirtschaftlich genutzt werden.

 

Verkehr
In dem vorgeschlagenen Gebiet befinden sich ein Asylbewerber-Wohnheim und das Übergangswohnheim für Spätaussiedler.

Grossansicht in neuem Fenster: Haus

Die Erschließung erfolgt fast ausschließlich über die Poststraße und die Fürstenmühlstraße.

 

In der Poststraße und auch in der Fürstenmühlstraße befinden sich keine Gehwege. Die Fürstenmühlstraße weist in Teilbereichen nur eine geringe Fahrbahnbreite auf, so daß dort kein Begegnungsverkehr möglich ist.

 

Deshalb ist auch nach der Einmündung zur Hammerphilippsburg die Fürstenmühlstraße für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Anfahrt über Hammerphilippsburg ist ebenfalls nur für PKW aufgrund der geringen Tonnagenbeschränkung möglich.

 

Durch den erhöhten Fahrzeugverkehr, bedingt durch das Aussiedlerwohnheim, ist ein Ausbau der Fürstenmühlstraße und ein weiterer Anschluss an die St 2040 dringend geboten.

Grossansicht in neuem Fenster: Haus

Wohnen und Ausstattung

Die Eigen- und Mietwohnungen wurden in den Jahren von 1920 - 1930 erbaut. Im Bereich Hammerphilippsburg wurde der größte Teil der Wohngebäude in den vorigen Jahrhunderten errichtet. Die Eigentümer haben den Bauunterhalt der Gebäude und Wohnungen vernachlässigt. Die Wohnungen haben zum größten Teil Ofenheizung und ungünstige Zuschnitte.

 

Eine größere Gaststätte wird als Wohnheim von Asylsuchenden genutzt. Nach Auflassung dieses Heimes ist eine Generalsanierung dieses Gebäudes notwendig. Vor ca. 8 Jahren wurden 10 Gebäude mit je 4 Wohnungen als Übergangswohnheime für Aussiedler errichtet. Nach Auflassung dieses Übergangswohnheimes in den nächsten Jahren ist für eine weitere Nutzung dieser Wohnungen eine umfangreiche Sanierung notwendig.

Grossansicht in neuem Fenster: Asylbewerberheim

Gesamtindex "Sozialer Brennpunkte"

Maxhütten Umfeld sehr verwahrlost
besonders im Bereich der vielen Garagen

 

Übergangswohnheim: extreme Wohnsituation von nicht deutsch sprechenden Personen, Geselligkeit oder Kontakte pflegen kann wegen der Raumverhältnisse nur im Freien sein. Dabei stauen sich enorme Emotionen.

Asylbewerberunterkunft: schlimmste Zustände, absolut keine Kinderspielmöglichkeit weder drinnen noch draußen, gedrängte Enge in den Räumen, schlechteste Hygienezustände

 

Imbiss-Metzgerei: keinerlei Imbissmöglichkeit im gesamten Viertel

Grossansicht in neuem Fenster: Haus

Entwicklungsziele Wohnen

Es ist eine umfangreiche Sanierung der Wohnungen erforderlich. Die Wohnungszuschnitte müssen verbessert werden. Daneben ist der Einbau von Zentralheizungen durchzuführen. Die vorhandenen Fenster sind durch Lärmschutz-Isolierglasfensterzu ersetzen.

 

Auch das Umfeld der Wohnungen ist durch Grünanlagen zu verbessern.
Die vorhandenen Unterkünfte für Asylbewerber und für Aussiedler sind umzugestalten, damit diese Wohnungen als normale Wohnungen genutzt werden können.

Grossansicht in neuem Fenster: Haus

Entwicklungsziele Gewerbe

Im Sanierungsbereich liegen Grundstücke der NMH i.K. mit größeren Gebäuden, die bisher als Büros und sonstige gewerbliche Zwecke genutzt wurden. Diese Gebäude und Grundstücke werden künftig nach dem vorhandenen Fortführungskonzept nicht mehr benötigt. Sie müssen deshalb für eine andere gewerbliche Nutzung umgebaut und das Umfeld neu gestaltet werden.

 

Sachdarstellung:
Seit dem Jahr 1999 gibt es die durch ein neues Finanzierungsprogramm von Bund, Ländern und Gemeinden getragene Gemeinschaftsinitiative "Stadt und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - "Die Soziale Stadt". Die Initiative ist als ein nationales Aktionsprogramm zur sozialen Stabilisierung von städtischen Problemgebieten zu verstehen. Herausragende Merkmale des Aktionsprogramms sind
- ein ganzheitlicher Erneuerungsansatz in einem Gebiet mit Schwerpunkten in den Bereichen der Beschäftigung und Ökologie auf der Grundlage eines integrierten Handlungskonzepts (Planung, Einzelmaßnahmen, Finanzierung, Organisation),
- der Aufbau einer örtlichen Kooperation aller Akteure unter der koordinierenden Leitung eines Quartiersmanagements sowie
- die Bündelung der Ressourcen durch konzentrierten und prioritären Mitteleinsatz (öffentliches und privates Geld).
Das Finanzierungsprogramm ist Teil der Städtebauförderung; es ist als Leitprogramm ein eigenständiges Programm für die soziale Erneuerung in den Gemeinden.

Durch neue Aktivitäten in den Gemeinden und mit Hilfe der Städtebauförderung (sowie mit anderen öffentlichen und privaten Geldern) sollen in ausgewählten Stadt - oder Ortsteilen über die übliche städtebauliche Erneuerung hinaus u.a.
- neue wirtschaftliche Tätigkeiten zur Beschäftigung im Quartier eingeleitet werden,
- das Angebot an sozialen und kulturellen Einrichtungen für die Bewohner verbessert werden,
- die Sicherheit im Gebiet erhöht werden sowie
- eine ökologische Erneuerung im Sinne der Nachhaltigkeit eingeleitet werden.

Die Entwicklungen im Anschluss an das Ortskerngebiet Rosenberg haben in den letzten 15 Jahren den Gesamtbereich gesellschaftlich und ökonomisch verändert. Dies spüren wir alle. Die beiden Übergangswohnheime für Spätaussiedler (über 1.000 Plätze) seit 1988 bzw. 1990 sowie die Asylbewerberunterkunft (ca. 160 Plätze) haben ihren Teil dazu beigetragen. Die Sozialstruktur im östlichen Stadtteil von Sulzbach-Rosenberg muss deshalb wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Menschen, die dort wohnen (Alteingesessene sowie auch Zugezogene) und sich in Vereinen und Verbänden engagieren, begleiten in vorbildlicher Weise diesen Umwandlungsprozess. Dazu tragen auch die Schulen und Kirchen mit bei. Die Initiative "Soziale Stadt" wird deshalb aufgrund dieser günstigen Voraussetzungen zu einerGemeinschaftsinitiative werden.
Die beiliegenden Erläuterungen zum Jahresantrag (Maßnahmeplan) wurden speziell für dieses Gebiet erarbeitet. Die einzelnen Maßnahmen sind aus diesem Maßnahmeplan zu entnehmen.

 

Die weitere Ausarbeitung des Programmes muß noch erfolgen. Insbesondere muß ein Projektmanager (ähnlich wie Sanierungsträger) und ein Quartiersmanager bestellt werden.

In Bayern stehen für diese Aufgaben jährlich ca. 25 Millionen des Bundes und des Freistaates Bayern zur Verfügung. Die Stadt Sulzbach-Rosenberg erhält bis zu 60 % der als förderfähig festgelegten Kosten erstattet. Der 1. Bürgermeister versucht im Übrigen, Synergieeffekte herbeizuführen zwischen dem Großmann-Konzept und der Verwertung der nicht betriebsnotwendigen Grundstücke sowie dem Programm "Die Soziale Stadt".

 

Beschlußvorschlag:

Nach Kenntnisnahme des Sachverhalts beschließt der Stadtrat, sich am Programm "Stadt und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - "Die Soziale Stadt" zu beteiligen und zwar in der von der Verwaltung vorgelegten Form. Die Mittel sind entsprechend den Erläuterungen zum Jahresantrag im Haushaltsjahr 2000 und in den folgenden Jahren einzuplanen. Die einzelnen Maßnahmen, insbesondere die Grunderwerbe, sind dem Stadtrat zur weiteren Beschlußfassung vorzulegen. Ebenso wird die Bestellung eines Projektmanagers und eines Quartiersmanagers durch den Stadtrat erfolgen.

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