Kindergesichter als Spiegel der Seele
Beim Betreten des Schulmuseums fällt der Blick des Besuchers auf herzhaft lachende Kinder, die eine Aufführung von "Zettl's Bayerischer Puppenbühne" besuchen. Diese Puppenbühne aus Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg erfreute von 1920 - 1980 mit selbst verfaßten Stücken unzählige Kinder in der Oberpfalz- und in Ober-, Mittel- und Unterfranken.
Einen besseren Titel als "Kindergesichter als Spiegel der Seele" hätte der Photograph Otto Spacil Lehrer in Kirchenreinbach und Etzelwang, für diese Bilder gar nicht wählen können.
Man kann den Schülern richtig nachfühlen, welchen Spaß ihnen das Zuschauen bereitet. Kein Gedanke wird hier an Noten und Leistung verschwendet, die Schule erschöpft sich hier nicht in reiner Wissensvermittlung, sondern Freude an der Schule zu wecken ist hier oberstes Ziel pädagogischen Bemühens. Schule ist für die Kinder da und nicht umgekehrt - diese Forderung ist für die Zuschauer des Puppenspiels an diesen, Vormittag sicherlich in Erfüllung gegangen.
Die Kinder auf den Bildern im Treppenaufgang machen jedoch einen völlig gegenteiligen Eindruck. Ernste Gesichter, die zum Teil deutlich sichtbare "Sonntagskleidung', der typische Haarschnitt früherer Jahre und der oft strenge Gesichtsausdruck der Lehrperson vermitteln mehr den Eindruck, als ob die Kinder der" guten, alten Zeit" nicht viel zu lachen hatten. Lustige Kindergesichter - traurige Kindergesichter: Diese Empfindungen, die hier durch die Kindergesichter widergespiegelt werden, haben Schule und ihre Zeit immer geprägt und werden Schule prägen.